Filmprogramm Konflikte in der offenen Gesellschaft

Das Zusammenleben in einer „offenen“, toleranten Gesellschaft ist geprägt durch eine Bandbreite an Lebensentwürfen, Identitäten und Meinungen – geschützt durch eine Verfassung, die Gewaltenteilung, Meinungs- und Versammlungsfreiheit garantiert und zu religiöser Neutralität verpflichtet. Sie wird dennoch durch Regeln, Konventionen und Institutionen strukturiert, die diese verschiedenen Freiheiten auch begrenzen. Diese Grenzen werden in einer offenen Gesellschaft kontinuierlich debattiert, ergeben aber auch Konflikte, die bedrohlich werden können und die Idee der offenen Gesellschaft in Frage stellen. Die Linien, an denen Konflikte ausgetragen werden, verschieben sich ständig: Sie zeigen die Befindlichkeiten und Gründe für das Wohl- und Unwohlbefinden unterschiedlicher Menschen. 

Das Programm umfasst eine Filmauswahl, die unterschiedliche Konflikte thematisiert, die alle in einer pluralistisch-demokratischen Gesellschaft verhandelt und ausgetragen werden. Wer gehört dazu, wer nicht und wer bestimmt dies? Wer und wie dürfen wir sein? Wo liegt die Grenze zwischen privater und öffentlicher Sphäre? Was macht uns frei? Was oder wer bedroht unsere Freiheit?

Richard ist ein Spatz und lebt als Storch, doch wird von seiner Storchenfamilie nicht als solcher anerkannt. Der Animationsfilm Überflieger – kleine Vögel, großes Geklapper erzählt in einer turbulenten Geschichte, wer oder was bestimmt, wer man selber ist und ob man dazugehört.

Der chilenische Spielfilm Rara – meine Eltern sind irgendwie anders erzählt aus der Perspektive der 13-jährigen Sara was mit einer Familie passiert, als ihre Mutter beschließt, sich von ihrem Mann zu trennen und stattdessen mit einer Frau zusammen zu leben.

In der mecklenburgischen Kleinstadt Boizenburg an der Elbe ist ein Bahnhofskiosk mit Gastwirtschaft einer der Dreh- und Angelpunkte des sozialen Lebens. Im Dokumentarfilm Neben den Gleisen wird dieser Ort als Mikrokosmos gesellschaftlicher Befindlichkeiten inszeniert.

Das französische Filmdrama Der Himmel wird warten zeigt, wie sich ein Mädchen radikalisiert und für den Dschihad in Syrien angeworben wird, während ein anderes Mädchen den Weg in ihr Leben in ihrer Familie in Frankreich zurückfindet.

Meisterhaft, poetisch inszeniert handelt Moonlight von Fragen sexueller Identität, sozialen Prägungen und dem gleichzeitigen Ringen um Akzeptanz und Unabhängigkeit und spielt in einem amerikanischen Milieu, das zu einem Schicksal zu werden scheint.

Der Dokumentarfilm Pre-Crime zeigt ein Szenario, in dem ein Algorithmus kriminelles Handeln voraussagen soll. Unser Profil persönlicher Daten wird zu einer Falle, unsere Freiheit einem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis geopfert.

In dem 1965 verbotenen DEFA-Film Karla tritt eine junge Hochschulabsolventin voller Enthusiasmus ihre Stelle als Lehrerin in einer mecklenburgischen Kleinstadt an. Ihre Absicht, Schüler zu selbständigem und kritischem Handeln erziehen, stößt jedoch auf Kritik. Der Film ermöglicht es den Wert der Meinungsfreiheit vor dem Hintergrund der DDR-Gesellschaft zu diskutieren.

Ein Projekt von

Gefördert von

In Zusammenarbeit mit